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Angst, Panik und Zwangsstörungen

Angst macht das Leben kleiner, meistens sehr langsam.

Erst meiden Sie eine Sache, dann zwei, und irgendwann ist der Radius so eng, dass Sie kaum noch sagen können, wann er sich verändert hat. Angst- und Zwangsstörungen sind behandelbar. Auch dann, wenn es seit Jahren so ist.

Wiedererkennen

Wie es sich anfühlt. Von innen.

Bei einer Panikattacke kommt es aus dem Nichts: Herzrasen, Atemnot, das Gefühl, gleich zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren. Danach bleibt die Angst vor der nächsten Attacke, und die verändert oft mehr am Leben als die Attacke selbst.

Bei generalisierter Angst ist es leiser und dauerhafter. Der Kopf sichert pausenlos ab, denkt jedes Szenario zu Ende, und selbst gute Nachrichten beruhigen nur kurz.

Über soziale Angst wird am wenigsten gesprochen. Sie ist nicht Schüchternheit, sondern die feste Überzeugung, im nächsten Moment als unzulänglich aufzufliegen: im Meeting, beim Telefonat, beim Essen mit anderen.

Zwang

Zwang und das Schweigen darüber.

Zwangsgedanken sind Gedanken, die Sie nicht wollen und die genau deshalb wiederkommen. Bilder von Gewalt, von Schaden an Menschen, die Sie lieben, von etwas Verbotenem oder Beschämendem. Sie sind kein Ausdruck dessen, was Sie wollen, sie sind Ausdruck dessen, wovor Sie sich am meisten fürchten.

Zwangshandlungen sind der Versuch, das wieder auszugleichen: kontrollieren, waschen, zählen, ordnen, sich rückversichern. Es hilft für Minuten und macht es auf Dauer größer.

Zwischen den ersten Symptomen und dem ersten Gespräch darüber liegen bei vielen Menschen Jahre. Nicht, weil sie zu wenig leiden, sondern weil sie sicher sind, dass der Inhalt ihrer Gedanken etwas über sie aussagt. Das tut er nicht. Und ich habe genug davon gehört, um Ihnen sagen zu können: Sie werden mich damit nicht erschrecken.

Behandlung

Exposition. Was das genau heißt.

Exposition bedeutet, sich der Situation oder dem Gedanken zuzuwenden, statt auszuweichen, und dabei auf das sogenannte Sicherheitsverhalten zu verzichten, also auf die kleinen Dinge, mit denen man sich absichert: sich ablenken, in der Nähe des Ausgangs bleiben, jemanden mitnehmen, sich rückversichern. Nicht, weil Aushalten ein Wert an sich wäre, sondern weil Ihr Nervensystem nur so eine neue Erfahrung machen kann: Es geht vorbei, und zwar von selbst.

Wir beginnen nicht mit dem Schwersten. Jeden Schritt bereiten wir gemeinsam vor, Sie wissen vorher, was kommt, und Sie entscheiden mit. Es geschieht nichts gegen Ihren Willen. Eine Konfrontation, die Sie überrumpelt, wäre schlechte Therapie.

Für Angst- und Zwangsstörungen ist dieses Vorgehen innerhalb der Verhaltenstherapie besonders gut untersucht und gut belegt. „Behandelbar“ ist hier kein tröstendes Wort, sondern die zutreffende Beschreibung.

Vorgehen

Was wir zusammen tun. Schritt für Schritt.

  1. Verstehen, was das Muster hält

    Wir schauen uns genau an, welche Gedanken, welche Vermeidung und welche Rückversicherungen die Angst am Leben halten. Erst wenn das klar ist, wissen wir, wo genau wir ansetzen.

  2. Einen Plan bauen, den Sie mittragen

    Gemeinsam ordnen wir die Situationen von leicht bis schwer. Sie bestimmen das Tempo. Ich sorge dafür, dass wir nicht stehen bleiben.

  3. Üben: erst begleitet, dann allein

    Die ersten Schritte machen wir zusammen, in der Sitzung oder draußen. Danach üben Sie zwischen den Terminen weiter, weil dort Ihr Leben stattfindet.

  4. Rückfälle einplanen

    Angst kommt in Wellen zurück, besonders unter Belastung. Am Ende der Therapie wissen Sie, was dann zu tun ist, ohne wieder von vorn anzufangen.

Rahmen

Kosten und Rahmen. Vor dem ersten Termin.

Kosten und Erstattung
  • Einzeltherapie, 50 Minuten Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP), zum 2,3-fachen Satz. Der Betrag richtet sich danach, welche Leistungen in der Sitzung anfallen. Selbstzahlerinnen und Selbstzahler: 167,58 €. 134,06–167,58 €
  • Gruppe, 100 Minuten Geschlossene Gruppe, 6 bis 9 Personen, 12 Wochen. nach Absprache
  • Dauer Bei umschriebenen Ängsten häufig 12 bis 25 Sitzungen, bei Zwangsstörungen in der Regel länger. Den Verlauf überprüfen wir regelmäßig gemeinsam. 12–25 Sitzungen

Private Krankenversicherung, Beihilfe und Selbstzahlung. Gesetzlich Versicherte können eine Kostenerstattung nach § 13 Abs. 3 SGB V beantragen. Einzeltermine finden in der Praxis in Frankfurt oder per Video zu denselben Sätzen statt; das Erstgespräch führe ich in der Praxis. Die Gruppe läuft ausschließlich in Präsenz. Sprachen: Deutsch, Englisch und Farsi.

Häufige Fragen

Was oft im Weg steht. Und was dazu zu sagen ist.

Exposition klingt für mich unmöglich. Muss ich das?
Am Anfang klingt es für fast alle unmöglich, das gehört dazu. Wir beginnen dort, wo Sie sich einen Schritt vorstellen können, und der ist meistens kleiner, als Sie befürchten. Sie kommen in keine Situation, die wir nicht vorher gemeinsam besprochen haben, und die Entscheidung bleibt in jedem Moment bei Ihnen.
Meine Zwangsgedanken sind so, dass ich sie nicht aussprechen kann.
Das ist der häufigste Grund, warum Menschen jahrelang warten. Fast immer geht es dabei um Inhalte, die im Widerspruch zu allem stehen, was der Person wichtig ist, und genau dieser Widerspruch ist das Kennzeichen von Zwangsgedanken, kein Hinweis auf Gefährlichkeit. Sie dürfen es zuerst umschreiben, aufschreiben oder in Ihrer Muttersprache sagen. Was Sie mir erzählen, bleibt in diesem Raum.
Sind Angst und Zwang wirklich behandelbar?
Ja. Für Panikstörung, Agoraphobie, soziale Angst, generalisierte Angststörung und Zwangsstörung gibt es verhaltenstherapeutische Verfahren mit sehr guter Studienlage. Das heißt nicht, dass es bei jedem Menschen gleich verläuft, und ein Ergebnis kann ich Ihnen nicht zusagen. Es heißt, dass Sie mit einer realistischen Aussicht auf spürbare Veränderung beginnen.
Brauche ich Medikamente?
Bei Angst- und Zwangsstörungen ist Psychotherapie eine Behandlung erster Wahl und wirkt auch ohne Medikamente. Bei starker Ausprägung kann eine medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein; verordnet und begleitet wird sie ärztlich. Wenn das ansteht, stimme ich mich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Ich habe Panikattacken. Ist das gefährlich?
Eine Panikattacke fühlt sich lebensbedrohlich an und ist es nicht. Wichtig ist trotzdem, körperliche Ursachen wie Schilddrüse, Herz und Kreislauf einmal ärztlich abklären zu lassen, damit wir sicher wissen, womit wir es zu tun haben. Danach setzt die Arbeit genau an dem Punkt an, der eine Panikstörung aufrechterhält: an der Angst vor der Angst.
Passt die Gruppe für mich?
Bei sozialer Angst ist die Gruppenbehandlung ein verhaltenstherapeutisch gut untersuchtes Format: Sie üben in einer realen sozialen Situation, statt über sie zu sprechen, also genau das, wovor Sie sich fürchten, unter Bedingungen, die dafür gemacht sind. Die Gruppe ist geschlossen, hat 6 bis 9 Teilnehmende und läuft über 12 Wochen, wöchentlich 100 Minuten. Sie ersetzt die Einzeltherapie nicht, sie ergänzt sie. Ob und wann sie für Sie passt, entscheiden wir gemeinsam.
Ein Anfang

Sie müssen nicht wissen, wie es heißt.

Schreiben Sie mir, worum es ungefähr geht. Ich melde mich innerhalb von zwei Werktagen. Wenn ich nicht die Richtige für Sie bin, sage ich das und nenne Ihnen eine bessere Adresse. Die Praxis eröffnet am 1. November 2026; Termine für die ersten Wochen können Sie ab jetzt anfragen.

Termin anfragen

In einer akuten Krise warten Sie bitte nicht auf mich: Telefonseelsorge 0800 111 0 111, kostenlos und rund um die Uhr. Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117. Bei unmittelbarer Lebensgefahr 112.