ADHS bei Erwachsenen. Diagnostik und Therapie.
Sie funktionieren. Nach außen sieht es die meiste Zeit gut aus. Was es Sie kostet, sieht niemand: die Listen, die Erinnerungen, das Nacharbeiten am Abend, die dauernde Anspannung, etwas zu vergessen.
Viele Menschen kommen erst mit Mitte dreißig oder vierzig auf die Frage, ob hinter dieser Erschöpfung eine ADHS stehen könnte. Ich biete beides an: die diagnostische Abklärung und, wenn Sie möchten, die Behandlung danach. Sie können auch nur den ersten Teil machen.

Ein Leben lang mehr angestrengt.
„Du musst dich nur mehr anstrengen.“ Diesen Satz haben Sie vermutlich sehr oft gehört, und irgendwann haben Sie ihn selbst übernommen. Sie haben Systeme gebaut, Wecker gestellt, Nächte drangehängt. Es hat funktioniert, und es hat Sie aufgebraucht.
Dazu kommt, was von außen kaum jemand mit ADHS in Verbindung bringt: Aufgaben, die sich auftürmen und erst in der letzten Stunde gehen. Gefühle, die schneller da sind, als Sie reagieren können, und genauso schnell wieder weg. Und ein leiser, dauerhafter Verdacht, nicht zu genügen.
Eine diagnostische Einordnung löst nichts von selbst auf. Sie liefert aber eine Erklärung, die zu dem passt, was Sie erlebt haben, und darauf lässt sich eine Behandlung aufbauen.
Woran viele es bei sich erkennen.
Aufschieben trotz Wichtigkeit. Sie wissen genau, was zu tun ist, und kommen trotzdem nicht in Gang, oft erst unter dem Druck der letzten Stunde.
Erschöpfung durch Kompensieren. Struktur entsteht bei Ihnen nicht von selbst. Sie stellen sie jeden Tag neu her, und diese Kraft fehlt an anderer Stelle.
Gefühle in voller Lautstärke. Ärger, Kränkung, Begeisterung kommen schnell und stark. Danach folgt oft Scham über die eigene Reaktion.
Innere Unruhe statt Zappeln. Im Erwachsenenalter zeigt sich Hyperaktivität häufig als Getriebensein, als Schwierigkeit, nichts zu tun, oder als Gedankenkreisen am Abend.
Sehr wohl Fokus, nur nicht steuerbar. Stundenlange Konzentration auf etwas Interessantes schließt ADHS nicht aus. Die Schwierigkeit liegt darin, die Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, wo sie gerade gebraucht wird.
Eine lange Vorgeschichte. Die Auffälligkeiten beginnen in der Kindheit, auch wenn sie damals niemand so genannt hat. Genau deshalb schauen wir in der Diagnostik zurück.
So läuft die Diagnostik ab.
-
Vorab: Fragebögen und Zeugnisse
Sie erhalten Fragebögen und füllen sie in Ruhe zu Hause aus. Dazu bitte ich Sie, alte Schulzeugnisse herauszusuchen; sie sind oft ein sehr guter Beleg dafür, wie es früher war.
-
Anamnesegespräch, 30 Minuten
Wir klären, worum es Ihnen geht, was im Alltag belastet und was Sie sich von einer Abklärung erhoffen. Hier entscheidet sich auch, ob eine vollständige Diagnostik überhaupt das Richtige ist.
-
Strukturiertes Interview, 90 Minuten
Das strukturierte Interview geht die Kriterien einzeln durch, für das Erwachsenenalter und für die Kindheit. Es ist ausführlich und manchmal anstrengend. Es ist der Teil, der die Diagnose trägt.
-
Auswertungsgespräch mit schriftlichem Befund
Wir gehen die Ergebnisse gemeinsam durch, ich ordne sie ein, und Sie erhalten einen schriftlichen Befund. Den können Sie mitnehmen: zur ärztlichen Praxis, für den nächsten Behandlungsschritt oder einfach für sich.

Therapie nach der Diagnose.
Eine Diagnose ist noch kein Behandlungsplan. Was danach hilft, ist Struktur, die zu Ihnen passt: keine Systeme aus Ratgebern, sondern Routinen und Vereinfachungen, die Ihrem Kopf entgegenkommen, statt gegen ihn zu arbeiten.
Wir schauen genau hin, an welcher Stelle es hakt: beim Anfangen, beim Dranbleiben oder beim Aufhören. Dort arbeiten wir, nicht an Disziplin im Allgemeinen. Dazu kommt Emotionsregulation: den Abstand zwischen Reiz und Reaktion vergrößern. Das ist erlernbar, und es wirkt sich oft direkt auf Beziehungen aus.
Nach Jahrzehnten der Rückmeldung, man sei faul oder unzuverlässig, bleibt etwas hängen. Das ist der Teil, der am längsten dauert. Und der, der am meisten verändert.
Und dann der Alltag drumherum, dort, wo ADHS im Leben tatsächlich Kosten verursacht: Beruf, Partnerschaft, Finanzen, Schlaf.
Was es kostet. Vor dem ersten Termin.
- Diagnostik Drei Termine plus Fragebögen und schriftlicher Befund. Die Diagnostik biete ich als Selbstzahlerleistung an, sie wird nicht über die Versicherung abgerechnet. 590 €
- Einzeltherapie, 50 Minuten Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP), zum 2,3-fachen Satz. Der Betrag richtet sich danach, welche Leistungen in der Sitzung anfallen. Selbstzahlerinnen und Selbstzahler: 167,58 €. 134,06–167,58 €
- Wer zahlt Für die Therapie: private Krankenversicherung, Beihilfe und Selbstzahlung. Gesetzlich Versicherte über die Kostenerstattung nach § 13 Abs. 3 SGB V.
- Diagnostik ohne Therapie Sie können die Abklärung machen und danach entscheiden, ob und wo Sie eine Therapie beginnen. Eine Fortsetzung bei mir ist keine Bedingung.
- Setting Das Erstgespräch findet in der Praxis in Frankfurt statt. Weitere Termine sind in der Praxis oder per Video möglich; Videositzungen werden zu denselben Sätzen abgerechnet.
- Sprachen Diagnostik und Therapie auf Deutsch, Englisch und Farsi, einschließlich des schriftlichen Befunds.
Private Krankenversicherungen und die Beihilfe erstatten die Therapie in der Regel nach der GOP in Verbindung mit der GOÄ; der genaue Umfang hängt von Ihrer Versicherung ab. Ich nenne Ihnen die anfallenden Leistungen vorab, damit Sie das vor dem ersten Termin klären können.
Was Patientinnen und Patienten vorher fragen.
Ist es mit 40 zu spät für eine Diagnose?
Brauche ich dafür einen Psychiater?
Brauche ich Medikamente?
Wie wird die Diagnostik abgerechnet?
Wie lange dauert das Ganze?
Was, wenn es doch kein ADHS ist?
Ich habe einen Online-Selbsttest gemacht. Reicht das?
Erst klären, dann entscheiden.
Wenn Sie unsicher sind, ob eine Abklärung für Sie sinnvoll ist, schreiben Sie mir, worum es ungefähr geht. Ich melde mich innerhalb von zwei Werktagen. Wenn ich nicht die Richtige für Sie bin, sage ich das und nenne Ihnen eine bessere Adresse.
Termin anfragenDie Praxis eröffnet am 1. November 2026. Termine für die ersten Wochen können Sie ab jetzt anfragen.